Tom Mutters
Tom Mutters wurde am 23.01.1917 in Amsterdam geboren und starb am 02.02.2016 in Marburg im Alter von 99 Jahren. Er wurde / wird als „Pionier, Helfer und Visionär“ bezeichnet, der das Leben und die Menschen liebte und die Gesellschaft durch sein Lebenswerk nachhaltig veränderte.
Tom Mutters traf während seiner Kindheit – im Amsterdam der 1920er Jahre – auf Not und Armut, aber auch auf Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung. Er wurde zum Volksschullehrer ausgebildet und studierte später Psychologie. Während des Zweiten Weltkrieges standen Tom Mutters und seine Familie jüdischen Freunden bei und engagierten sich im Untergrund. In der Nachkriegszeit lernte er das Elend geistig behinderter Kinder in Lagern und im hessischen „Philippshospital“ in Goddelau kennen.
Er sagte einmal: „In ihrer Hilflosigkeit und Verlassenheit haben diese Kinder mir ermöglicht, den wirklichen Sinn des Lebens zu erkennen, und zwar in der Hinwendung zum Nächsten.“
In Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten und den Eltern Betroffener, gründete Tom Mutters am 23.11.1958 in Marburg die „Bundesvereinigung Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e. V.“ (heute: Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V.). Er begleitete und prägte die Lebenshilfe über Jahrzehnte. Seine Vision von der Inklusion behinderter Menschen ist heutiger Bestandteil der UN-Behindertenrechtskonvention, die seit 2009 behinderten Menschen in Deutschland uneingeschränkte Teilhabe garantiert und eine inklusive Gesellschaft einfordert.
Am Tag der Namensgebung kam Tom Mutters persönlich an unsere Schule.